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FALLBEISPIELE

Coachingbeispiel für sportliche Spitzenleistung

Ein Golfspieler bereitet sich auf ein wichtiges Turnier vor. Von der Spieltechnik fühlt er sich optimal vorbereitet. Von der mentalen Verfassung her wünscht er sich konzentriert und entspannt spielen zu können ohne zu sehr vom Score abhängig zu sein. Er hat noch ein spezielles Thema. Wann immer es auf die letzten 4 Löcher zugeht, fühlt er sich aufgeregt und neigt dann zu Flüchtigkeitsfehlern – diese Reaktion möchte er ebenfalls bearbeiten.

Zunächst geht der Coach mit dem Golfer alle vorstellbaren Spielszenen durch, wie z.B. verschiedene Angst-Gegner, mögliche Zuschauerreaktionen oder Spielsituationen (Bunker, Wasser, lange Putts). Dazu gehören auch Erinnerungen an vergleichbare Runden, die nicht optimal verliefen. Wann immer der Golfer sich von einer vorgestellten Szene subjektiv unsicher fühlt, testet der Coach mit einem Muskeltest – dem so genannten Myostatik-Test – eine mögliche Stressreaktion. Stresst die Vorstellung, fällt der Test mit einer deutlichen Schwächereaktion aus.

Mit der Bodyscan-Methode forscht der Golfer, wo genau im Körpererleben der Gefühlsfokus der Emotion bei einer vorgestellten Szene ist: wie ein Schreck in den Knochen, weiche Knie, ein Nackenschlag, Druck im Magen, ein Schwächegefühl in den Armen usw. Nun setzt die Intervention ein. Eine Winke-Sequenz von ca. 24 Hin- und Herbewegungen nennt man Set. Der Sportler fokussiert dabei sowohl die Vorstellung als auch das subjektiv unangenehme Körperecho.

Schon nach 6 bis 8 Sets fühlt sich der Golfer frei von den unangenehmen Gefühlsreaktionen, selbst wenn er nun wieder konkret an die zuvor stressende Szene denken soll. Die Armmuskulatur fühlt sich kräftig und vital an, die Beine haben wieder festen Stand, der Schreck verschwindet aus dem Körper und lässt die Bewegung wieder fließend verlaufen, der Magen ist angenehm warm und entspannt, der Muskeltest fällt kraftvoll aus.

Zum Schluss konzentriert sich der Golfer mit der Body-Scan-Technik auf die kraftvollste, angenehmste Körperempfindung beim Denken an ein besonders erfolgreiches Turnier. Die folgenden Winke-Sets bewirken noch eine Intensivierung dieses Ressource-Gefühls. Dann wird dieses gute Gefühl in die zukünftige Szene übertragen: “Einweben“ nennt man diese Coaching-Intervention. Dabei hält der Spieler den Schläger in der Hand, um den erfolgreichen Bewegungsablauf möglichst wirklichkeitsnah zu “bahnen”. Auch dabei wird wieder “gewunken”. Dieses Vorgehen nennt man in vivo-Coaching. Durch den gesamten Coaching-Ablauf wird bei der Golfer der Prozess einer neuronalen Bahnung für ressourcevolle Reaktionen und Emotionen in der Live-Szene in Gang gebracht. Nach dem Coaching spielte der im Match sicher und entspannt und hatte keinerlei mentale Blockaden wenn es auf die letzen 4 Löcher zuging.

Weitere anonymisierte Fallbeispiele aus meiner Arbeit:

  • Golferin, 39 Jahre mit Handicap 2, die immer am einfachsten Loch (einem 115 Meter Par 3) ins Wasser schlug.
  • Golfer, 63 Jahre mit Handicap 33, für den nach einem Strich auf den ersten 5 Löchern bei einem Stableford Turnier, die gesamte Runde gelaufen war.
  • Golfer, 28 Jahre, mit Handicap 14, ein Trainingstier der auf der Range wie Martin Kaymer schlug (seine Worte), das aber auf dem Platz nicht umsetzen konnte.
  • Golferin, Mitte 50, mit Handicap 35, die Probleme mit langsam spielenden Flights vor sich hatte und sich darüber so aufregte, dass es einen negativen Einfluss auf ihr eigenes Spiel nahm,
  • Golfer, 46 Jahre, Handicap 23, der nach Par, Par, Birdie, Par, gespielten Löchern nicht an sein Spielvermögen glauben wollte und nur noch auf den Einbruch wartete. Der dann natürlich auch kam.